Santa Claus already came to Town
Im Hintergrund dudelt die Weihnachtsmusik und auch sonst stehen alle Zeichen auf Weihnachten. Kein Wunder, es sind schließlich nur noch 11 Tage bis das Christkind, äh, ich meine natürlich Santa Claus einkehrt und Geschenke verteilt!
Ich denke ich habe es mittlerweile schon oft genug gesagt, aber es ändert nichts an der Wahrheit der Worte: Die Zeit rast. Das letzte Mal als ich darüber nachgedacht habe wie lange ich eigentlich schon hier bin waren es ziemlich genau 6 Monate, jetzt sind es schon fast mehr 7! Der Windrabe (mit neuem Eintrag) macht sich schon in weniger als einem Monat auf, zurück in heimische Gefilde. Und für mich fühlt es sich trotz meiner verbleibenden Zeit ähnlich an.
Der Winter hat nun endgültig Einzug gefunden, mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt (mit Windchill ging es auf die -20° zu) und dem ersten Schneesturm der Saison. Bei diesem Wetter macht das verteilen von Zeitungen auf der Straße natürlich nicht mehr so viel Spaß, aber mit 5 Schichten Oberteilen (und zwei Paar Hosen) hält man die knapp 3 Stunden doch irgendwie durch. Gut funktionierende Handwärmer habe ich bislang aber noch nicht gefunden.
Das Leben im Hostel geht seinen gewohnten Gang: Leute kommen, Leute gehen, mal wird einer rausgeschmissen, aber alles in allem bleibt es manierlich. Allerdings habe ich mir für die Weihnachtszeit etwas vorgenommen: Hier soll mal ein bisschen Rollenspiel her! Vor ein paar Tagen sah ich auf einem Tisch die Grundregelwerke (4. Edition) für Dungeons & Dragons liegen. Sofort kam ich mit dem Besitzer ins Gespräch.
Wie tauschten viele Anekdoten aus unseren Spielerkarrieren aus und mir war einfach wieder klar was für ein wundervolles Hobby Rollenspiele eigentlich sind. Ich schaute mich also um und war mir ziemlich sicher: Hier könnte man bestimmt eine Gruppe zusammenbekommen! Da ich mich wirklich mal wieder ans spielen kommen möchte habe ich mir also überlegt eine Gruppe zu leiten. Mit dem Besitzer des Hostels habe ich gesprochen und auch wenn die genaue Planung noch aussteht stehen die Chancen gut, dass ich die Werbetrommel rühren darf und dass es bald eine Einleitung zu halten geben wird.
So ist meine Überlegung nämlich erst mal so viele Leute wie möglich an das Thema heranzuführen und dann zu sehen wer sich für eine Session begeistern lassen kann. Manch Rollenspieler mag sich jetzt fragen “Aber welches System denn nun?” Die Antwort liegt nicht unbedingt nahe, macht aber doch Sinn: Degenesis. Das “Primal Punk” RPG aus Deutschland.
Warum macht es Sinn? Nun, ganz einfach, zum einen gibt es das gesamte GRW zum Download und zum anderen wurde das Einstiegsabenteuer das ich damals schon gespielt habe mittlerweile ins Englische übersetzt. Außerdem halte ich das Setting für wahnsinnig interessant. Wenn auch dunkel (ca. im Jahr 2500 angesiedelt nachdem Asteroiten die Welt mehr oder weniger zerstört haben) denke ich, dass ich potenzielle Spieler zum mitmachen begeistern kann.
So viel aber nun zu meinen Plänen. Was ist seit dem letzten Eintrag passiert? Nun, zum einen hatte ich ja schon angekündigt, dass es Bilder von der Santa Claus Parade geben würde (weiter unten). Zum Hintergrund: Mitte November – in meinen Augen viel zu früh, aber nun gut – gibt es hier in Toronto einen Umzug der auf Weihnachten getrimmt sein soll. Aber nur sein soll, denn faktisch ist es ein riesiger Haufen von Werbung und Clowns.
Ich habe mir erklären lassen, dass das daran liegt, dass die Parade kurz davor war unterzugehen, weil die finanziellen Mittel gefehlt haben. Also wurden Sponsoren gefunden um das Spektakel zu retten. Leider ging damit der weihnachtliche Gedanke vor die Hunde und so sieht man nun “Lego”- und “Barbie”-Wagons durch die Straßen ziehen, davor und dahinter ein paar Clowns, McDonald’s ist natürlich nicht fern. Traurig, aber so ist es nun mal. Ein paar Schaufenster waren wenigstens ansehnlich geschmückt, auch wenn ich mir hab sagen lassen, dass das früher auch besser war.
[Bilder folgen hier wenn die Verbindung es irgendwann mal zulassen sollte sie hochzuladen. Entschuldigung.]
Ansonsten habe ich wenig mit meiner Kamera hantiert, auch wenn ich gerne hätte, die Zeit blieb mir meistens nicht. Dafür war ich vergangenes Wochenende gleich zwei Mal auf dem Eis – mit Schlittschuhen. Und ich habe mich nicht ein Mal langgelegt. Ja, ich bin stolz auf mich. Unter freiem Himmel, mitten in der Innenstadt Torontons (Nathan Phillips Square) wird das ganze dann mit Feuerwerk zu einem richtigen Ereignis!
Ab übernächster Woche bin ich von meinem Zeitungsjob erstmal befreit. Auf der einen Seite heißt das natürlich, dass ich nicht mehr in der Kälte stehen muss, auf der anderen gibt’s dafür natürlich auch keine Knete. Zum Glück habe ich bereits genug angespart um der Trockenstrecke gelassen entgegen zu schauen.
Eine interessante Eigenart ergibt sich hier nebenbei über Weihnachtstage: Der 24. ist ja ein Donnerstag – in Deutschland hätten wir also den Freitag frei, der zweite Weihnachtsfeiertag würde aber als Feiertag für die meisten flachfallen. Anders hier: Am Montag wird nachgefeiert! Selbst wenn der 24. ein Freitag wäre: Montag und Dienstag würden als Feiertage nachgeholt. Ebenso wie die freien Tage voll bezahlt werden. Sehr praktisch!
So viel also erstmal zu diesen Themen! Ich schaue hin und wieder schon einige Fotos an die ich in den letzten Monaten geschossen habe. Ich plane nämlich nach meiner Rückkehr eine Sammlung der besten Fotos zusammenzustellen und sie als Buch binden zu lassen, aber dazu zu gegebener Zeit mehr. Wenn ich es schaffe gibt es schon nächstes Wochenede einen neuen Eintrag, weil dieser hier 3 statt 2 auf sich hat warten lassen. Bis dahin!











