Monatsarchiv für November 2009

 
 

Argh! Zombies!

Vor einiger Zeit, es kommt mir wie Jahre vor und vermutlich ist es auch mindestens 2 her, sah ich in einem Fotoblog Fotos vom Toronto Zombiewalk. Kaum hätte ich mir erträumen lassen, dass ich irgendwann einmal selbst die Horden von Untoten erblicken könnte wie sie die Straßen entlang wanken.

Es war ein verschlafener Samstagmorgen, der 24. Oktober um genau zu sein. Nach einer wie üblich anstrengenden Woche lümmelte ich mich Bett herum und überlegte wie ich den Tag verbringen würde. Sean, einer meiner Zimmergenossen kam herein und griff seine Kamera. Ich schaute ein wenig verdutzt drein. „Gibt’s was spannendes zu gucken?“ fragte ich. „Heute ist der Zombiewalk! Ein paar aus dem Hostel gehen hin.“ „Das ist heute?“ Ich setzte mich aufrecht ins Bett „Geht bloß nicht ohne mich los!“

Ein paar Minuten später hatte ich meine Fotoausrüstung geschultert und munter zog unsere Gruppe von 5 Leuten los, den Zombies entgegen. Die Route war bekannt und so wussten wir wo wir den Horden auflauern konnten um sie zu begaffen.

An einer Geraden angekommen positionierten wir uns am Straßenrand, Kameras im Anschlag. Uns waren schon auf dem Hinweg ein paar vereinzelte Untote entgegengekommen und so konnten wir uns schon denken, dass die Verkleidungsvielfalt von grauenerregend gutem kinotauglichem Kostüm zu einem Spritzer roter Lebensmittelfarbe im Gesicht reichen würde.

Dann das erste Polizeiauto in der Ferne, Blaulicht, aber keine Sirene. Der Himmel war grau, ein leichter Wind zog durch die nahezu leere Straße. Die wenigen verbleibenden Blätter an den spärlich gesäten Bäumen raschelten leise in ihren bunten Farben.

„Sie kommen!“ Hinter dem Auto bewegte sich langsam ein Pulk. Halb schwankend, manche gebeugt, andere aufrecht, aber über kurz oder lang in der Masse ein Zombie. Nicht lange dauerte es bis die Massen auf unserer Höhe waren und links und rechts hörte man Auslöser und Spiegelklappern.

Die Atmosphäre war nicht zu verachten, auch wenn einige lachende und telefonierende Zombies das Szenario nicht so real erscheinen ließen wie wir gehofft hatten. Auch war der Pulk doch sehr durchorganisiert, mit Aufpassern hier und dort die Leute von der Straße hielten. Verständlich, aber eine Zombieinvasion hätte anders aussehen können, wir dachten es gäbe vielleicht wirklich einen massiven Klumpen der durch die Straßen fegt, aber so fühlte es sich ein bisschen mehr wie eine Parade, oder ein Umzug an.

Nichts desto trotz gab es einige Zombies und Auftritte zu bewundern die sich viel Mühe gaben auf Halloween einzustimmen dass ja nur ein paar Tage später gefeiert wurde. Nun lasse ich aber die Bilder sprechen, bildet euch eine eigene Meinung (Die Vorschaubilderstellung funktioniert immer noch nicht und ich sehe auch weiterhin keine einfache Lösung für dieses Problem).

Im nächsten Eintrag widme ich mich dann der Santa Claus Parade. Ohne etwas verraten zu wollen, aber das war ein ganz schöner Reinfall ;)!

Toronto (und -Island)

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Das Kalenderjahr jedenfalls, nicht mein Jahr in Kanada, das ist nicht mal zur Hälfte rum. Dass es nun aber doch rasch auf den Winter zugeht merkt man deutlich. Aber besser der Reihe nach…

An anderer Stelle wurde mir gesagt ich solle doch vielleicht erstmal besser mit der Zeit Schritt halten anstatt die alten Einträge nachzuholen und ich denke, die Idee ist gar nicht mal so übel. Wie gesagt werde ich sicher noch das eine oder andere nachholen, aber das ist dann wohl eher für mich um meine Erlebnisse auch im Nachhinein noch mal durchlesen zu können. Für den Moment widme ich mich also lieber dem was seit dem letzten Eintrag passiert ist.

Für mich stellt sich so langsam ein Alltag in Toronto ein. Das ist jetzt aber nichts schlechtes oder so, eher ganz im Gegenteil, das erlaubt es mir nämlich endlich die wenige Freizeit die mir bei zwei Jobs bleibt effektiver zu planen und spannender zu gestalten. Besonders an den Wochenenden kann ich so auch mal was unternehmen und da ich ja nun nicht mehr bettelarm bin kann ich mir die Ausflüge auch einigermaßen leisten.

Vergangene Woche (die Zeit rast so schnell wie noch nie) war ich z.B. auf Toronto Island, einer kleinen Inselgruppe die der Stadt im Lake Ontario vorgelagert ist. Mit eigenem Vergnügungspark für Kinder ist die (Haupt)Insel besonders im Sommer ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Die Fähre kostet hin und zurück $5, was für Toronto sehr bezahlbar ist. Mit einer kleinen Schaluppe ging es für uns dann vom Hafen in nicht einmal 10 Minuten rüber zur Insel.

Uns? Klar, wie das in einem Hostel so ist trifft man immer nette Leute und wie es der Zufall so wollte fragte ich mehr oder minder in den Raum on Toronto Island einen Besuch wert wäre und prompt erfuhr ich, dass 3 Mann aus dem Hostel sowieso übersetzen würden und man mich doch problemlos mit dem Auto mitnehmen könnte – wie praktisch!

Auf der Insel dann angekommen trennten sich unsere Wege und ich tottete mit Kamera querfeldein. Meine Hauptmotivation war es etwas vom bereits schwindenden Herbst mitzubekommen, denn in der Innenstadt (und das ist im Moment überall im Umkreis von 10km) finden sich nicht wirklich Bäume und wenn man dann schon mal was vom “Indian Summer” gehört hat (der hier übrigens ein bisschen etwas anderes bezeichnet) will man eben auch mal bunte Blätter sehen.

Anmerkung: Ich weiß, dass keine Vorschaubilder da sind. Ich kann es leider im Moment nicht ändern. Es hat sich in den letzten Monaten einiges angesammelt was im Blog ziemlich kaputt ist nur leider habe ich dank mieser Verbindung, mangelnder Kontrolle über den Server sowie Zeitknappheit keine Möglichkeit vernünftig einzugreifen. Ich würde unheimlich gerne meinen Provider wechseln, doch im Moment sehe ich dazu leider keine Möglichkeit. Die Bilder sind aber da und wenn ihr sie anklickt bekommt ihr sie auch zu sehen. Entschuldigung dafür, aber es liegt momentan außerhalb meines Einflussbereichs.

Wie man zumindest auf einem Bild sehen kann hatte ich eine Menge Spaß. Das Wetter war genial (die letzten Tage waren zum Teil etwas regenerisch) und so war der Aufenthalt in seiner Kürze sehr genüsslich. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich noch mal zurückkommen werde, besonders da ich mein Stativ nicht dabei hatte und die Aufnahmen in der Dunkelheit gelinde gesagt bescheiden sind – der Ausblick rechtfertigt eine Rückkehr.

Wo ich schon vom Wetter sprach: Heute scheint Toronto mal ganz anderer Meinung zu sein als es die vorangegangenen Tage war. Die Sonne scheint, der Himmel ist strahlend blau, kein Wölkchen weit und breit und als ich einkaufen war hatte ich weder Jacke noch Fleece an, viel zu warm dafür! Angeblich sind es wohl um die 15°. Nachdem das Thermometer zuvor schon deutlich unter 0 gefallen war ist das eine durchaus angenehme Angelegenheit, besonders da das Verteilen von Zeitungen bei Minusgrade nicht gerade mehr Spaß macht.

Für heute ist außerdem noch eine Apartmentbesichtigung geplant. Da ich schließlich nocht für knappe drei Monate hier bleiben werde versuche ich eine etwas komfortablere Unterkunft als das Hostel zu finden. Versteht mich richtig: Das Hostel ist gut und alles, aber das Internet ist immer noch schlimmer als ich zu ertragen bereit bin und naja, es ist eben das Hostelleben – nach einer gewissen Zeit mag man auch mal drauf verzichten (wenn man nicht am reisen ist). So warte ich also auf einen Anruf um loszustürmen.

Der CN Tower wartet immer noch darauf erkundet zu werden und so gut wie das Wetter heute ist sollte ich mir die Chance eigentlich nicht entgehen lassen, mein Stativ packen und gegen Abend ein paar Bilder schießen, aber das ist noch nicht entschlossen. Neben all dem habe ich noch ein paar schöne Aktivitäten gefunden die ich mir in den nächsten Wochen langsam zu Gemüte führen werde.

Nebenher leistet mir mein in Seattle erwobener Nintendo DS mit Flashcard mehr als gute Dienste. Zu meiner Schande habe ich Phantasy Star Ø vorbestellt ($35, schämen sollte ich mich), einfach weil mir schon das anspielen der japanischen Version so eine riesen Freude bereitet hat. An den Abenden bin ich eben meistens zu erschöpft um noch wirklich viel zu reißen. Ein Stündchen zocken geht aber meistens. Im Moment habe ich mir das gute alte Zelda: Link’s Awakening geschnappt (diesmal aber die DX-Version um einen Hauch von Neuem zu spüren) – Richards Truhe ist schon überwunden ;).

Um es also zusammenzufassen: Der Winter rückt näher, ich bin froher Dinge und dieser Eintrag hat keine 3 Monate auf sich warten lassen und hatte sogar Bilder (die sehr schmerzhaft hochzuladen waren).