Monatsarchiv für May 2009

 
 

Stanley Park + Chinatown + Rest = Vancouver die Zweite

Meine Vancouver-Erkundungen haben sich fortgesetzt und meine positiven Eindrücke bestätigt! Einzig die Obdachlosen sind wirklich ein Problem. Im Lonely Planet-Reiseführer wird kurz darauf verwiesen, aber die Realität sieht noch mal ein bisschen krasser aus. Keine Straßenecke an der man nicht angesprochen wird. Zwar sehr höflich (es sind schließlich noch Kanadier), aber manche dann doch recht aufdringlich – begleiten einen z.B. die Straße entlang: “Just to make sure you get there safely!” Naja, die meisten lassen sich mit einem einfachen “Sorry.” auf Distanz halten.

Wie im letzten Beitrag (/Fotoblogeintrag) erwähnt habe ich meine Route ein ganz klein wenig geplant, allerdings stecken noch ein paar Variablen drin. Was ich bislang WEIß ist, dass ich am Freitag nach Seattle fahre, da eine Nacht bleibe und es am nächsten Tag wieder zurück nach Vancouver geht, von wo aus ich dann weiterfahre. Wohin? Mal sehen.

Am Ende des Beitrags gibt’s wieder ein paar Fotos, denn: Wie im ersten Satz erwähnt bestanden meine letzten Tage aus diversen Touren. Der Titel sagt es: Chinatown, Stanley Park und einige andere Stadtteile habe ich unsicher gemacht und dabei wirklich nette Dinge gesehen. Fange ich mal eben mit dem Stanley Park an:

Überall heißt es er sei so toll und so großartig und überhaupt, dürfe man auf keinen Fall verpassen. Hm. Gut. Wie dürck’ ich das jetzt aus ohne enttäuschend zu klingen? Er ist jetzt nicht sooo beeindruckend? Also, keine Ahnung, vielleicht liegt das einfach an mir, aber ich finde er hatte nicht mal was besonders parkiges. Bäume, bisschen Wiese, ein paar Wege (asphaltiert, nicht mal was schönes zum wandern irgendwie) und eine ellenlange Küstenlinie.

Ich bin also zwei mal kreuz und quer durch den Park und habe mir dann die Kante gegeben den Park einmal zu umrunden (8,8 km + Küste). Ich bin mir jetzt sicher wie ich es vorher auch schon war: Ich bin einfach kein Mensch für das Meer. Es sagt mir einfach überhaupt nichts… Von den Leuten hier werde ich ein bisschen schräg dafür angeschaut (“Dann ist Vancouver nicht die Stadt in der du sein solltest!”). Ich denke, die Fotos die ich gemacht habe sind für mich schöner als das Erlebnis selbst. Die meisten würden das Wetter mit Sonnenschein und allem vermutlich als ideal betrachten und die Strände waren auch entsprechend voll – aber ich hätte es gerne ein bisschen verregneter. Na, man kann nicht alles haben. Schlecht war es mit Sicherheit nicht.

Dann Chinatown. Da bin ich eigentlich nur durch nach dem Kauf meiner Butickets auf dem Weg zu einem Restaurant (das zu hatte, dafür hab’ ich dann mal afrikanisch gegessen) und trotzdem hatte es was interessantes an sich. Generell merke ich, dass ich mich in urbanen Regionen sehr wohl fühle! Das Granville-Einkaufszentrum war wirklich beeindrucken und schön, aber das nur am Rande. Ich habe gehört, etwa 40% der Bevölkerung Vancouvers sollen Asiaten sein. Von dem was ich bisher so gesehen habe kann das durchaus stimmen. Klar, in Chinatown ist der Prozentsatz sicher bei 95%.

Eines hat mich direkt bei meiner Ankunft fasziniert: Während der Himmel wie in einem Kommentar erwähnt nicht sehr viel anders ist als in Europa so ist die Geräuschkulisse doch eine völlig andere! Wenn man durch die Straßen geht hört man z.B. öfter mal ein zwitschern, oder etwas das ein bisschen klingt wie ein Kuckuck, aber es sind keine Vögel, nein! Es sind die Ampeln! Immer wenn man auf die Knöpfe drückt (nicht an jeder Ampel vorhanden, da durch die Blockstruktur der Straßen alles ziemlich regelmäßig gehandhabt werden kann) piepst es, wird die Ampel dann grün (oder hier: Wenn die rote Hand auf ein weißes Männchen schaltet) macht es lustige Töne! Ich finde das einfach genial, so macht das überqueren der Ampeln gleich doppelt so viel Spaß! Und für die Sehbehinderten ist das sicher auch keine schlechte Sache ;).

Kulinarisch hat die Stadt auch einiges zu bieten. Ich habe des Gefühl längst nicht alles an Küche mitzubekommen was ich eigentlich gerne mitbekommen würde. Vor allem habe ich hier noch nichts chinesisches gegessen! Aber das werde ich bald ändern (Hunger!). Das beste allerdings was ich mir bislang gegönnt habe war das “Nu”. Empfohlen vom Lonley Planet liegt es direkt an der Küste (den Blick aufs Meer habe ich natürlich verschmäht und bin drinnen sitzen geblieben) ist das Essen zwar nicht gerade ein Schnäppchen (~26$ für etwas von dem man nicht satt gewesen wäre wenn man vorher nicht schon Sushi gegessen hätte), ABER – und das ist der entscheidende Punkt – es ist leeeecker! Der Laden hat ein wenig einen gehobenen Anspruch wie es aussieht, aber dem wird er gerecht. Ich hatte Riesengarnelen an Orangensauce mit Tomatenpüree auf sowas ähnlichem wie Spinat. Dazu gab es das beste Brot das ich in meinem Leben gegessen habe. Gereicht wurde es mit (extrem guter) Butter und Salz. Aber nicht irgendwelchem Salz, nein. Geräuchertes Salz aus der Region. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass Salz wirklich lecker sein kann! Absolut empfehlenswert. Und die Kellnerin war mehr als bemüht um mich. Nu(r) zu empfehlen!

Dann gibt es noch ein paar Kleinigkeiten die ich sonst nirgendwo untergebracht bekomme: Ich hatte keinerlei Problem mit dem Jetlag, was mich ein wenig verwundert hat. Dann habe ich mein Handy verkauft und mir vor Ort ein G1 gekauft – absolut atemberaubendes Gerät! Nie etwas so schickes zum spielen gehabt – so jedenfalls mein Gefühl. Es kann noch ein paar Verbesserungen vertragen, aber sonst absolut Hammer.

Wo ich dann doch gerade dabei bin: Handys sind in Kanada ne teure Angelegenheit! Man kann “wählen” zwischen Rogers und Fido. Warum “wählen?” Sind beide vom selben Anbieter. Rogers. Hier ist nicht viel mit Prepaid wie wir es aus Deutschland kennen. Es gibt “Vouchers” (so wie hier Guthaben zum laden auf den Account), aber es verfällt nach einem Monat. “Gut”, könnte man jetzt sagen, dann kann man aber ja wenigstens angerufen werden. Pustekuchen, denn hier hinten bezahlen bei einem mobilen Anruf beide Parteien! Wenn ich jemanden anrufe bezahle ich meine 30 Cent / Minute und mein Gesprächspartner auch! Habe ich also kein Guthaben kann ich auch nicht angerufen werde. SMS sind außerdem teuer, vom mobilen Internet fange ich erst gar nicht an (25$ für 500MB / Monat! 3G, nix HSDPA!) und so ist das mit dem telefonieren hier ein bisschen frustrierend, wesewegen ich vermutlich erst eine Nummer einrichten werde wenn ich wirklich eine brauche – ansonsten würde ich das Geld ja wirklich zum Fenster rauswerfen.

So, erstmal genug jetzt! Das nächste mal wenn geblogt wird gibt’s vermutlich Bilder aus Seattle und Auskunft darüber wo ich dann bin! Und nun: Fotos.

Staksig

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Vancouver, Stanley Park.

Bald noch ein paar Bilder mit weiterer Reiseplanung. Danke an alle für die Kommentare! Werden hoch geschätzt!

Vancouver die Erste

(Vor)Gestern noch Frankfurt, heute Vancouver.

Stellt euch vor: Ich bin gut übergekommen. Der Flug war butterweich (bis auf ein ganz kleines Luftloch zum Beginn) und sehr angenehm (leider konnte ich “Twilight” dann doch nicht mehr ganz zuende sehe *kicher*). Das Essen war durchaus genießbar (die Mensa hat oft schlimmeres gereicht), der Service war klasse und neben einer netten Dame saß ich auch noch.

Die war es dann auch, die mich nach dem Flug ins Auto ihres Bruders gesetzt hat, der hat mich dann sogar bis zur Tür des Vancouver Hostel Downtown gefahren. Lesern von Rabanus’ Blog dürfte das bekannt vorkommen, es ist tatsächlich genau dasselbe. Soweit ziemlich angenehm, auch wenn der Raum in dem ich übernachte ein bisschen schlecht gelüftet ist – so müde wie ich bislang aber war stört mich das verhältnismäßig wenig. Im Moment sitze ich unten in der Lobby (hier so gegen 11 morgens) – das WLAN hakt ein bisschen, aber man kann damit leben.

Was also gibt es bislang zu erzählen? Was mir aufgefallen ist und bislang alle Klischees bestätigt hat ist, dass die Kanadier allesamt unglaublich freundlich sind… Man sieht kaum jemand der einen nicht anlächeln würde. Und tatsächlich! Als ich gestern aus versehen mit meinem Stativ auf dem Rücken eine junge Frau gestreift hatte, war es tatsächlich sie die sich entschuldigt hat.

Den Eindruck den ich von der Sadt bislang gewinnen konnte lässt sich denke ich am besten mit dem Wort “vibrant” umschreiben. Das würde man vielleicht erstmal mit “lebhaft” übersetzen. Für mich schwingt aber noch so eine gewisse “Emsigkeit” mit. Ich kann das schlecht festnageln, aber die Straßen sind voll von Menschen und man hat einfach das Gefühl willkommen zu sein.

Auf der Fahrt vom Flughafen nach Downtown war mein Gefühl zunächst ein etwas anderes. Alles ist höher (siehe Wolkenkratzerbilder), größer, aber vor allem weiter und weitläufiger. Aus dem Flugzeug heraus boten sich mir ein paar Augenblicke der Einsicht. Trotz einer Geschwindigkeit von gut 900 km/h streckte und streckte und streckte sich das Land unter mir. Wie winziger Adern führten ein paar Straßen durch die Weiten.

Klingt ein bisschen zu lyrisch? Kanada macht das mit einem! Wenn man Deutschland gewöhnt ist ist es schon etwas anderes. Nicht so anders wie ich es mir vielleicht an mancher Stelle vorgestellt hatte, aber doch entscheidend anders!

Was jetzt aber der faszinierende Teil ist, ist dass man sich eben trotz dieser Fremde irgendwie einfach wohlfühlen kann. Nach meiner Ankunft war vielleicht ein, zwei Minuten eine gewisse Überwältigung da – doch in der selben Sekunde spricht einen auch schon jemand an, ob einem geholfen werden kann. Wirklich, auf der Straße mit der Karte in der Hand, schon kam eine junge Frau auf mich zu und fragte ob man helfen könne.

Auch in der Herberge fällt Kontakt nicht schwer – auch wenn ich immer noch hoffe den großen Coup zu landen und jemanden zu finden mit dem ich ein bisschen durch die Gegend streifen kann.

Sicher habe ich schon etliches vergessen und ausgelassen – und das nach nur knapp einem Tag hier – aber so ist das eben. Hauptsache ich blogge die wenigestens einigermaßen interessanten Dinge ;).

So und jetzt: Ein paar erste Fotos. Sind nicht besonders gelungen, aber vielleicht bereiten sie ja doch dem einen oder anderen etwas Spaß.

Zur Orientierung

Endspurt II

4 Tage? Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott, etc, etc.

Ziplock-Beutel sind immer noch das beste seit geschnittenem Brot – die müsste man viel öfter auf Ausrüstungslisten finden. Ohne die wäre mein Rucksack ein einziges Chaos. Mit ihnen: Alles wunderbar.

Gut, mein Zimmer sieht aus als hätte die sprichwörtliche Granate / Bombe eingeschlagen, aber ich weiß ja wo alles liegt, ergo bin ich gut wech. Mein letzter Ausrüstungsgegenstand ist ein bisschen unspektakulär:

Eine original Schumi- / Adilette. Prollig und hässlich wie die Nacht, aber für die Duschen brauchbar. Aber wie gesagt, als Abschluss für die Liste ein ziemlich profaner.

Meine ToDo-Liste fasst zwar im Moment immer noch 17 Aufgaben, einige davon kann ich aber erst in Kanada angehen, einige kann ich einfach abhaken wie ich gerade festgestellt habe… *klickedi klickedi tipp tipp* Moment… *klapper, duct-tape, kopier, schieb, encode*… Korrigiere, 13 Aufgaben, von denen ich einige erst in Kanada angehen kann (andere noch in 5 Minuten). Hier also eigentlich auch klar Schiff.

Die Jungs von Sony Ericsson haben sich dazu entschieden mein Handy ohne Rechnung nicht zu reparieren, also müsst ihr vorerst ohne GPS-Daten von mir auskommen, aber ich denke das wird euch das Herz nicht brechen.

Die Umstellung des Blogs auf Kanada erfolgt wahrscheinlich wenn es den ersten Eintrag aus dem weiten Norden selbst zu teilen gibt – freut euch auf:

  • Ein leicht verändertes Logo
  • Eine Karte wo ich grade ca. bin, wo ich war und wo’s noch hingehen soll
  • Einen Elch

So, jetzt wieder ran an die Arbeit, denn es gibt ja auch noch Dinge die nicht auf meiner ToDo-Liste stehen…