Stanley Park + Chinatown + Rest = Vancouver die Zweite
Meine Vancouver-Erkundungen haben sich fortgesetzt und meine positiven Eindrücke bestätigt! Einzig die Obdachlosen sind wirklich ein Problem. Im Lonely Planet-Reiseführer wird kurz darauf verwiesen, aber die Realität sieht noch mal ein bisschen krasser aus. Keine Straßenecke an der man nicht angesprochen wird. Zwar sehr höflich (es sind schließlich noch Kanadier), aber manche dann doch recht aufdringlich – begleiten einen z.B. die Straße entlang: “Just to make sure you get there safely!” Naja, die meisten lassen sich mit einem einfachen “Sorry.” auf Distanz halten.
Wie im letzten Beitrag (/Fotoblogeintrag) erwähnt habe ich meine Route ein ganz klein wenig geplant, allerdings stecken noch ein paar Variablen drin. Was ich bislang WEIß ist, dass ich am Freitag nach Seattle fahre, da eine Nacht bleibe und es am nächsten Tag wieder zurück nach Vancouver geht, von wo aus ich dann weiterfahre. Wohin? Mal sehen.
Am Ende des Beitrags gibt’s wieder ein paar Fotos, denn: Wie im ersten Satz erwähnt bestanden meine letzten Tage aus diversen Touren. Der Titel sagt es: Chinatown, Stanley Park und einige andere Stadtteile habe ich unsicher gemacht und dabei wirklich nette Dinge gesehen. Fange ich mal eben mit dem Stanley Park an:
Überall heißt es er sei so toll und so großartig und überhaupt, dürfe man auf keinen Fall verpassen. Hm. Gut. Wie dürck’ ich das jetzt aus ohne enttäuschend zu klingen? Er ist jetzt nicht sooo beeindruckend? Also, keine Ahnung, vielleicht liegt das einfach an mir, aber ich finde er hatte nicht mal was besonders parkiges. Bäume, bisschen Wiese, ein paar Wege (asphaltiert, nicht mal was schönes zum wandern irgendwie) und eine ellenlange Küstenlinie.
Ich bin also zwei mal kreuz und quer durch den Park und habe mir dann die Kante gegeben den Park einmal zu umrunden (8,8 km + Küste). Ich bin mir jetzt sicher wie ich es vorher auch schon war: Ich bin einfach kein Mensch für das Meer. Es sagt mir einfach überhaupt nichts… Von den Leuten hier werde ich ein bisschen schräg dafür angeschaut (“Dann ist Vancouver nicht die Stadt in der du sein solltest!”). Ich denke, die Fotos die ich gemacht habe sind für mich schöner als das Erlebnis selbst. Die meisten würden das Wetter mit Sonnenschein und allem vermutlich als ideal betrachten und die Strände waren auch entsprechend voll – aber ich hätte es gerne ein bisschen verregneter. Na, man kann nicht alles haben. Schlecht war es mit Sicherheit nicht.
Dann Chinatown. Da bin ich eigentlich nur durch nach dem Kauf meiner Butickets auf dem Weg zu einem Restaurant (das zu hatte, dafür hab’ ich dann mal afrikanisch gegessen) und trotzdem hatte es was interessantes an sich. Generell merke ich, dass ich mich in urbanen Regionen sehr wohl fühle! Das Granville-Einkaufszentrum war wirklich beeindrucken und schön, aber das nur am Rande. Ich habe gehört, etwa 40% der Bevölkerung Vancouvers sollen Asiaten sein. Von dem was ich bisher so gesehen habe kann das durchaus stimmen. Klar, in Chinatown ist der Prozentsatz sicher bei 95%.
Eines hat mich direkt bei meiner Ankunft fasziniert: Während der Himmel wie in einem Kommentar erwähnt nicht sehr viel anders ist als in Europa so ist die Geräuschkulisse doch eine völlig andere! Wenn man durch die Straßen geht hört man z.B. öfter mal ein zwitschern, oder etwas das ein bisschen klingt wie ein Kuckuck, aber es sind keine Vögel, nein! Es sind die Ampeln! Immer wenn man auf die Knöpfe drückt (nicht an jeder Ampel vorhanden, da durch die Blockstruktur der Straßen alles ziemlich regelmäßig gehandhabt werden kann) piepst es, wird die Ampel dann grün (oder hier: Wenn die rote Hand auf ein weißes Männchen schaltet) macht es lustige Töne! Ich finde das einfach genial, so macht das überqueren der Ampeln gleich doppelt so viel Spaß! Und für die Sehbehinderten ist das sicher auch keine schlechte Sache ;).
Kulinarisch hat die Stadt auch einiges zu bieten. Ich habe des Gefühl längst nicht alles an Küche mitzubekommen was ich eigentlich gerne mitbekommen würde. Vor allem habe ich hier noch nichts chinesisches gegessen! Aber das werde ich bald ändern (Hunger!). Das beste allerdings was ich mir bislang gegönnt habe war das “Nu”. Empfohlen vom Lonley Planet liegt es direkt an der Küste (den Blick aufs Meer habe ich natürlich verschmäht und bin drinnen sitzen geblieben) ist das Essen zwar nicht gerade ein Schnäppchen (~26$ für etwas von dem man nicht satt gewesen wäre wenn man vorher nicht schon Sushi gegessen hätte), ABER – und das ist der entscheidende Punkt – es ist leeeecker! Der Laden hat ein wenig einen gehobenen Anspruch wie es aussieht, aber dem wird er gerecht. Ich hatte Riesengarnelen an Orangensauce mit Tomatenpüree auf sowas ähnlichem wie Spinat. Dazu gab es das beste Brot das ich in meinem Leben gegessen habe. Gereicht wurde es mit (extrem guter) Butter und Salz. Aber nicht irgendwelchem Salz, nein. Geräuchertes Salz aus der Region. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass Salz wirklich lecker sein kann! Absolut empfehlenswert. Und die Kellnerin war mehr als bemüht um mich. Nu(r) zu empfehlen!
Dann gibt es noch ein paar Kleinigkeiten die ich sonst nirgendwo untergebracht bekomme: Ich hatte keinerlei Problem mit dem Jetlag, was mich ein wenig verwundert hat. Dann habe ich mein Handy verkauft und mir vor Ort ein G1 gekauft – absolut atemberaubendes Gerät! Nie etwas so schickes zum spielen gehabt – so jedenfalls mein Gefühl. Es kann noch ein paar Verbesserungen vertragen, aber sonst absolut Hammer.
Wo ich dann doch gerade dabei bin: Handys sind in Kanada ne teure Angelegenheit! Man kann “wählen” zwischen Rogers und Fido. Warum “wählen?” Sind beide vom selben Anbieter. Rogers. Hier ist nicht viel mit Prepaid wie wir es aus Deutschland kennen. Es gibt “Vouchers” (so wie hier Guthaben zum laden auf den Account), aber es verfällt nach einem Monat. “Gut”, könnte man jetzt sagen, dann kann man aber ja wenigstens angerufen werden. Pustekuchen, denn hier hinten bezahlen bei einem mobilen Anruf beide Parteien! Wenn ich jemanden anrufe bezahle ich meine 30 Cent / Minute und mein Gesprächspartner auch! Habe ich also kein Guthaben kann ich auch nicht angerufen werde. SMS sind außerdem teuer, vom mobilen Internet fange ich erst gar nicht an (25$ für 500MB / Monat! 3G, nix HSDPA!) und so ist das mit dem telefonieren hier ein bisschen frustrierend, wesewegen ich vermutlich erst eine Nummer einrichten werde wenn ich wirklich eine brauche – ansonsten würde ich das Geld ja wirklich zum Fenster rauswerfen.
So, erstmal genug jetzt! Das nächste mal wenn geblogt wird gibt’s vermutlich Bilder aus Seattle und Auskunft darüber wo ich dann bin! Und nun: Fotos.



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