Monatsarchiv für September 2008

 
 

Heute ist das Morgen von Gestern!

Der letzte Tag vor dem der Abreise ist also schon dem Ende geneigt. Wie das immer so ist: Bei der Anreise denkt man an unüberbrückbare Zeit, Qual und Leid wie schlimm es doch alles werden könnte und dann ist es auch schon wieder so gut wie vorbei.

Heute kam „endlich“ ein wenig der erwartete naturwissenschaftliche Teil ins Thema, dass nun übrigens ganz genau lautet „Orientieren – Planen – Handeln in komplexen Lebenssituationen.“ Interessanter war das natürlich nicht zuletzt deswegen weil ich mich – wie könnte es auch anders sein – mal wieder mit der „Autoritätsperson“ (die sich aber zum Glück anders als in der Schule nicht strikt als solche versteht) angelegt habe. Aber zum Glück sind wir ja in einem freien Land in dem man seine Meinung äußern darf und von dem Recht anderer Ansichten zu sein auch rege Gebrauch machen darf.

Nach Kurs und Billardspiel folgte das Abendbrot. Heute lagen schon vorsorglich die Fragebögen aus. Wie ich ja bereits sagte war die Verköstigung durchaus akzeptabel. Einzig beim Abendbrot unter „Was können wir verbessern / ändern?“ habe ich eingetragen „Keine Mettschweine mehr… Bitte?“ Diese Abartigkeit hatten die nämlich gebracht… Allein bei dem Gedanken wird es mir schon wieder ganz anders… Ein Haufen Mett und der vordere Teil drapiert wie ein Schweinekopf… Wirklich eklig.

Der schönste Teil folgte allerdings danach. Nein, es was nicht „Identität“ – ein Film der wieder mehr im Mittelmaß planschte als im Überdurchschnitt zu kraulen – sondern die Nacht als solche. Die letzten Tage waren ja immer verhangen, neblig bis zum abwinken und ziemlich feucht. Heute war das wenigstens gegen Nachmittag und Abend anders. An dieser Stelle noch Mal ein ganz kleiner Abstecher in Sachen „Männlichkeit“:

Beim Film kamen natürlich auch wieder Kommentare. Ich wusste, dass der Ausdruck den ich vorgestern erwähnt hatte nicht ganz der originale war; es hieß nämlich „Zuckerschnecksche.“ Einer allerdings ging dann doch zu weit. Über das mit der Zuckerschnecke wurde gelacht, tendenziell profane Zwischenrufe wie „Aber nur für private Zwecke“ nach der Frage einer Darstellerin an einen Darsteller der einen Polizisten verkörperte ob er sie denn jetzt festnehme (bitte setzt die Kommata richtig… ihr wisst, dass ich das nicht kann) wurden mit einem zustimmenden Schnauben quittiert und der Ruf „Endlich mal wieder ne Frau nach 4 Tagen!“ wurde neben dem begleitenden Pfeifen zu einem Playboy allgemeinhin erwiedert. Der Ruf „MÖPSE!“ zum Ende des Films – als die Darstellerin wirklich einfach nur in der Gegend stand – war allerdings scheinbar selbst für die reinsten Machos ein wenig… übertrieben und wurde nicht erwidert. Ist da jemand über’s Ziel hinaus geschossen?

Zurück aber zur Nacht: Kurz nach dem Abendbrot ging ich schon Mal auskundschaften wo man am besten Sterne gucken konnte, denn es zeichnete sich ab, dass die Nacht klar und der Boden trocken genug sein würde. Für die Interessieren: Von den Unterkünften in Haus 28 bzw. 29 kann man einfach über die Wiese und den Zaun auf einen Hügel laufen, von wo aus man wunderbar ins nächste Dorf, viel wichtiger aber noch ungestört in den Himmel blicken kann.

Es sind sogar ein paar Fotos entstanden. Astrofotografier gestaltet sich selbst mit einer DSLR nicht unbedingt trivial… Ich bin gespannt was d’rauß geworden ist… Aber sowas sind dann die lohnenswerten Momente. Wenn man dann wieder zu den Unterkünften dackelt und einem aus den Fenstern die Angetrunkenen entgegenbrüllen weiß man einfach, dass man nichts verpasst hat. Wahrlich nicht.

Damit ist dieser Tag auch schon ge- bzw. erzählt und somit schließe ich diesen Eintrag hier einfach mal. Morgen Rückfahrt! Juhu! Serien! The Big Bang Theory! NCIS! Heroes!

GPRS ist immer noch besser als SkyDSL!

Heute ging also der Unterricht los. Wenn das Wörtchen Chaos-Theorie doch nur nicht ganz so weit ausgelegt würde! Also, der Bezug ist schon hier und da zu sehen, aber wahrlich schwer zu fassen. Das ganze wird stark in die Philosophie getrieben (was mir jetzt nicht mal so sehr missfällt) und die eigentliche Wissenschaft kommt nicht so klar zum tragen.

Sieht man es aber wirklich unter dem Bezug des Themas („Handeln und Verhalten“, oder so ähnlich) zeigen sich allerdings durchaus ein paar interessante Zusammenhänge auf. Alles in allem bereue ich den Kurs also noch nicht. Morgen ist ja im Grund auch schon der letzte Tag, denn der Freitag wird zu recht großzügigen Teilen die Heimreise beinhalten.

Da heute der Unterricht eben nur bis 15 Uhr ging war der Rest mit Freizeit „belegt“, die ich dann einfach mal kurzerhand mit Billard und Kickern gefüllt habe – durchaus spaßig. Den morgigen Abend sollte ich dann auch noch rumbekommen und dann hat sich das auch schon im Großen und Ganzen. Fazit gibt’s dann Freitag oder so ;).

An dieser Stelle möchte ich für alle die möglicherweise per Google zu diesem Eintrag gefunden haben etwas zu den PCs hier sagen. Zunächst eine kleine Auflistung der Komponenten und des System:

  • Pentium IIIs mit 500 MHz
  • 128 MB SD-RAM (SDR-SDRAM)
  • SuSE-Linux (vor den OpenSuSE-Zeiten, 2.6.13er Kernel, also durchaus betagter)
  • Fluxbox als WM
  • Opera als Browser*
  • Gaim, OO.o, Adobe Reader, Gimp 2.2

Das sollten erstmal die wichtigsten Eckdaten sein. Zu dem Sternchen (*): Firefox ist in der Version 1.0.nochwas installiert. Ein Terminalemulator ist über ein Menü nicht zu erreichen, ich habe mich also einem Trick bedient. Auf die Konsole (Strg + Alt + F1) kann man ohne das Passwort (Benutzername ist „Zivi“) ohnehin nicht viel anfangen. Wer selbst experimentieren möchte hier mein Weg:

Man öffne Opera, lade eine Seite, siehe sich den Quelltext an und wähle dann den obersten Menüpunkt. Sollte sowas wie „Marker setzen“ oder so sein. Da im Untermenü „Edit“ wählen und schwupps befinden wir uns in den – sonst scheinbar gesperrten – Preferences. Dort einfach unter „Programme“ flugs bei mailto, oder von mir aus auch mit einem neuen Eintrag für „http“ das Programm „xterm“ verknüpft, Adresse im Browser eingegeben und schon haben wir ein Terminal.

Wirkliche Schindluder würde ich so nicht betreiben wollen (ich rannte am Tag der Ankunft mit meinen „Linux“-T-Shirt durch die Gegend… Ich denke es wäre etwas auffällig wenn sonst für andere scheinbar „unveränderliche“ Rechner auf einmal anders funktionieren würden als vorher), aber ich werde ja wohl das Recht haben meine History und meine Cookies zu löschen, was sonst nämlich nicht möglich ist.

Ohnehin ist das mit der Sicherheit so eine Sache… Wie erwähnt ist eine alte Gaim-Version auf den Rechnern… ICQ-Nummer-Harvesting at its finest. So sorglos sollte man nun wirklich nicht mit seinen Daten umgehen denke ich. Aber dass die Denke da ohnehin ein wenig angepasst werden sollte, zum Nutzen aller ist ein Thema für einen anderen Eintrag. Ach ja, es gibt übrigens noch ein mit einer Plastikabdeckung geschütztes CD-Laufwerk.

So, die Länge der Beiträge nimmt antiparallel zur Länge des Aufenthaltes ab wie es scheint, also kann ich die „freigewordenen“ Zeilen für ein bisschen allgemeines Geplapper nutzen.

Interessant finde ich es allein schon, dass ich hier, wo ich doch eigentlich so viel stärker noch eingespannt bin als zu Hause scheinbar mehr Zeit und Muße z.B. für’s bloggen finde. Ich könnte mir natürlich auch sagen „Gut, dann nimmst du dir eben jeden Abend ne halbe Stunde und schreibst was,“ aber wie schnell würden mir nur wieder die Themen ausgehen…

Hier oben hat man mal wirklich andere Leute an der Birne. Klar, durch den Zivildienst lernt man in seiner Dienststelle auch neue Leute kennen, aber das ist was völlig anderes als Gleichaltrige. Mit ein ein, zwei Leuten verstehe ich mich richtig gut und ich könnte mir glatt vorstellen, dass sie wenigstens einen Platz auf der ICQ-Liste erhalten und von Zeit zu Zeit doch mal angeschrieben werden.

Klar, richtig super zum Nachdenken kommt man natürlich auch nicht – außer man würde es wirklich wollen. Allen aus dem Weg zu gehen ist allerdings mehr oder minder schwer, man läuft sich halt an jeder Ecke mal über den Weg, was aber bei den allermeisten nicht mal unangenehm ist.

Das Wetter war heute zu Beginn so wie die letzten Tage, ergo kalt, regnerisch und vor allem neblig. Jetzt gegen Abend ist die Sichtweite gut genug, dass ich durch die Baumwipfel die Lichter der nächsten Stadt verführerisch glitzern sehen kann. Zu gerne würde ich auf den nächsten Hügel steigen und ein paar Fotos machen, es sieht wirklich wunderschön aus. Leider bin ich dafür ein bisschen abgespannt und ich glaube nicht, dass es das letzte Mal sein wird, dass ich eine Stadt aus der Ferne bei Nacht fotografieren können werde.

Das Mittagessen heute war nicht wirklich lecker muss ich sagen. Eine seltsame Bulette mit Reis und Currysauce. Das beste daran war in meinen Augen die Tomatensuppe die dazu gereicht wurde. Andere fanden die allerdings ungenießbar und schworen auf das Curry… Oder die Bananen die auslagen.

So weit also Tag drei. Morgen der zweite große Tag des Chaos quasi. Ich bin gespannt was noch dabei herumkommt. Man kann in der Gruppe durchaus ein wenig debattieren, auch wenn es von der Qualität nicht an die guten alten Philo-Grundkurstage bei Heribert rankommt.

Bis dahin.

Von drauß’ vom Walde komm’ ich her.

Ith, Tag 2.

Wie ich schon in einer Mail an einen Freund schrieb haben wir unser Kursthema noch nicht einmal „peripher tangiert“. Ganz im Gegensatz zu dem Wald von dem uns allerdings eben jenes versprochen wurde. Hatte ich gestern gesagt, dass wir eine Wanderung machen? Ja, haben wir.

So gegen 8:30 ging’s los. Bitte versteht das nicht falsch, ich jammere nicht. Ich habe die Tour überstanden, es war irgendwie schön, aber ich war durchnässt bis auf die Klamotten. Aber viel größer war natürlich meine Sorge um die Technik. Natürlich hatte ich meine Kamera und meinen PDA dabei. Und beide vertragen sich verständlicherweise nicht so gut mit Wasser, dass ich sie versenken wollen würde.

Überlebt haben es zum Glück die wichtigen Ausrüstungsgegenstände. Meine Füße sind auch den Umständen entsprechend trocken und die verbrauchte Energie wird ganz konventionell mit Chips wiederhergestellt. Nicht unbedingt gesund, aber hey, 2 Tage abgeschnitten von der richtigen Zivilisation? Da muss man sich auch mal an so was klammern.

Die Tour führte also durch Matsch und Geröll zum schönen kleinen Ort Holsten. Wenn ich mich mit dem Namen nicht gar schrecklich vertu. Durch ist man da in 10 Minuten und dann hat man das Gefühl auch alles 2 Mal gesehen zu haben. Eine Bäckerei gibt es. Unsere Theorie: Die Zivis halten den Laden dank regelmäßiger Touren am Leben.

Nach Rückkehr und Mittagstisch gab es dann den Film „Butterfly Effect.“ Empfehlung: Nicht gucken. Am besten fasst den Film in meinen Augen eine Dialogzeile wieder in der eine Protagonisten klar macht, dass ein Gedanke viel schneller ist, als die Sprache ihn jemals verfolgen könnte. So ist es mit dem gesamten Film. Seine Grundaussage (Achtung Spoiler: Das Leben ändern zu können macht es auch nicht besser) ist nunmal eben so simpel. Wer was unter dem Begriff „Butterfly Effect“ selbst anfangen kann (und das kann man dank Text-Einblendung während der ersten Minute bereits) kann sich den Film wirklich sparen. Okay, wer vielleicht Ashton Kutcher jetzt ganz toll findet möge damit glücklich werden.

Nach einem angenehmen Plausch mit meinem Zellen-, äh Zimmergenossen und dem Abendbrot folgte dann der Film „Sakrileg.“ Jaja, genau der. Was finden die Leute bitte toll daran? Ich empfand weder die Schauspieler noch die Handlung wirklich sehenswert. Wäre ich dafür ins Kino gegangen hätte ich mich vermutlich geärgert. Man möge mir meine Meinung madig machen (konnte der Alliteration nicht widerstehen), wenn sie so gar nicht gefällt.

Was mir allerdings auffällt ist dieser gewisse männliche Unterton im Lager. Wie kommt das bloß, frage ich mich! Wie wurde Sakrileg zusammengefasst? „Lecker Schneckchen!“ Einhelliges Grunzen bis Gröhlen war die Bestätigung von vielen Seiten. Auch ungeniertes Rülpsen und… soll ich sagen „sauige“ Manieren? Nein, das wäre zu hart, aber sagen wir einfach, dass es sich unter Männern irgendwie ein bisschen freier zu leben scheint… (An dieser Stelle bitte den Bierbauch à la Homer Simpson raushängen lassen.)

Dusch- und Toilettengänge werden dank dünner Wände gut vernommen, aber mein erster Eindruck von der Qualität der sanitären Einrichtungen hat nicht getäuscht. Die Klos sind wirklich sauber und die Duschen wahrlich nicht schmodderig oder sonst wie unangenehm.

Morgen geht vielleicht „endlich“ der Unterricht los? Wir werden sehen.

Hui!

Also nicht nur die Maschine hier, sondern so generell hui! Nach den ersten paar Stunden vor Ort darf ich sagen beeindruckt zu sein. Das Programm ist wirklich reichlich wie ich finde! Also wer sich beschwert, dass hier nichts los ist hat in meinen Augen einen an der Fackel!

Internetraum mit Bücherei (früher hätte das andersrum geheißen), Geocaches (!), Fitness-, Musik-, Kicker-/Dart-/Fernseh-/Billard-Raum, jeden Abend ein Film, Sauna, Cafeteria und keine Ahnung was noch. Also für eine Woche lässt sich das ja wohl mal locker aushalten… Sage ich jetzt, ein paar Tage kommen schließlich noch.

Ich habe mich für das Seminar Chaostheorie und Planung entschieden (nein, ist nicht genau der Name, ich schaue es bei Gelegenheit nochmal nach). Nach den ersten zehn Minuten mit unserem „Dozenten“ dachte ich „Wow, Arroganz und Selbstsicherheit liegen aber verdammt nah beieinander.“ Wirklich großartig geändert hat sich dieser Eindruck bislang nicht, aber ich bin gespannt, was das noch so gibt.

Die meisten haben keine Ahnung was Chaostheorie überhaupt ist, haben den Kurs gewählt weil alle anderen voll waren, oder sie Freunde dabei hatten so wie ich das verstanden habe. Ein paar Leute scheinen allerdings recht in Ordnung zu sein, mein Zimmernachbar zum Beispiel.

Heute morgen am Bahnhof fragt mich direkt auch einer „Tschuldige, weißt du, ob dieser Zug hier nach Paderborn fährt?“ Ich direkt geistesgegenwärtig: „Zivi?“ Er: „Jau.“ Hatte sich das also schon mal geklärt und ich musste die Zugfahrt nicht ganz allein begehen.

Es gibt immer Dinge die man vergisst mitzunehmen, oder? Ich habe zum Beispiel nichts ordentliches zu lesen mitgenommen… Und, ganz ehrlich „Zivil,“ „Abi,“ und das offizielle Zivildienstmagazin sind jetzt nicht die Lektüren, die ich wirklich lesen möchte. Aber zum Glück habe ich ja meinen kleinen feinen Aspire One, ich also bin schon recht zufrieden.

Meine Güte, so viele Dinge die ich schreiben könnte! Was mir da alles an einem außergewöhnlichen Tag so auffällt… Die Zimmer hier sind recht ordentlich. Ich würde nicht so weit gehen und sie als gemütlich bezeichnen, aber sie sind gepflegt und es kommt, im Gegensatz zu mancher Jugendherberge die ich im Zuge etlicher Schulausflüge schon gesehen habe immerhin kein Putz von den Wänden.

Reichlich Fotos habe ich auch schon gemacht und einen Fotografen-Freund habe ich auch ausfindig machen können. Offiziell herrscht hier recht striktes Foto-Verbot; es gab da wohl in der Vergangenheit Probleme mit YouTube und anderen einschlägigen Plattformen auf denen wohl nicht gern gesehenes Material veröffentlicht wurde.

Da ich hier via GPRS ins Netz muss ist das mit den Bildern nicht ganz so einfach und kostengünstig wie mit der üblichen Flat am heimischen Bildschirm. Auch habe ich natürlich kein Kabel zum Übertragen der Bilder meiner EOS dabei und die Bilder vom Universal… möchte ich euch eigentlich nicht zumuten.

Man merkt, dass es eine Einrichtung des Bunds ist. Nicht zuletzt vielleicht auch, da es sich bei den Gebäuden ursprünglich um eine ehemalig Kaserne der Briten handelt. Wir als Zivis kommen also doch mal in den Genuss eines echten Militärgebäudes, whee!

Die Farbe der Wände erinnert ein wenig an The Green Mile, oder an dieses eine Toilettenpapier, dass ich für eine ältere Dame immer erstehe, das Essen ist genießbar (auch wenn in dem Salat irgendein Gemüse drin ist, dass ich eigentlich niemals Roh essen würde… Könnte Spitzkohl oder sowas sein) und die Gegend ist eigentlich wirklich schön.

À propos Gegend: Das Wetter ist im Moment wirklich nicht sehr schön. Wenn es nicht g’rade regnet fisselt es, wenn es nicht g’rade fisselt geht ein fieser Wind. Es gab geschätzte 5 Minuten Sonne.

Die sanitären Anlagen machen auf den ersten Blick einen wirklich guten Eindruck, wie gesagt, der Standard liegt deutlich über dem, was man in mancher Jugendherberge erlebt!

Morgen früh steht ein „Gewaltmarsch“ über ca. 11km an, bin ich mal gespannt, was das so wird. Im kleinen Dörfchen soll dann Kuchen gegessen werden und dann geht es den Berg wohl wieder hoch. Was ein guter – und jetzt ohnehin viel laufender – Zivi ist sagt da natürlich nicht Nein.

Kommt mir das eigentlich nur so vor, oder gibt es einfach gewisse Archetypen von Mensch? Also, wie soll ich das sagen… Es gibt hier Leute, die ich garantiert noch nie gesehen habe, aber die mich einfach extrem an gewisse andere Leute erinnern und mich fast jedes Mal deren Namen ausrufen lassen, bevor ich mich besinne, dass ich die ja gar nicht kenne!

Noch heute in einem der tollen Zivi-Magazine gelesen: Im Schnitt sollen nur noch 18% aller 10 bis 20-jährigen rauchen. Hier allerdings scheint das anders zu sein. Noch keinen habe ich nicht beim qualmen gesehen. Dafür allerdings bin ich nicht der Einzige, der keinen Alkohol trinkt – ich war ehrlich ein bisschen erstaunt. Ach ja und reichlich Bartträger gibt es hier auch und einen Linuxbenutzer habe ich auch schon gefunden – erstaunlich was es nicht alles an Zivis gibt!

An dieser Stelle mal eben ein ganz großen Gruß an Raphi und Hoffi, die diese Woche ihre vorerst letzte in Münster verbringen – so komme ich ja nicht mal dazu mich ordentlich von euch zu verabschieden! Asche auf mein Haupt, Asche.

So, bevor ich die zweite A4-Seite auch noch voll mache unterbreche ich an dieser Stelle und verabschiede mich für heute. Ich bin auf jeden Fall so weit schon mal recht positiv überrascht. Das Essen könnte besser sein und ich bin vor allem gespannt wie es heute Nacht aussieht, aber ich denke, dass ich die Woche doch ohne zu große Schäden überstehen werde.

Ach, noch an PH: Du bist offenbar doch nicht der Einzige, der 2 Wochen Spaß hat, es gibt hier noch ein paar wenige andere Auserwählte denen es ebenso geht… Und einige bekommen auch wesentlich weniger Geld; ich darf mich also umso zufriedener wähnen.

Auf zum Ith!

Montag geht es also los, in die Zivildienstschule Ith. Einige Worte wurden ja nun schon hier darüber verloren, aber nun steht der Besuch vor der Tür.

All zu unglücklich bin ich darüber schon gar nicht mehr. Die letzten Wochen waren nach dem eigentlich sehr angenehmen Einstieg in den Zivildienst nämlich doch recht anstrengend. Nicht umsonst ist die Frequenz der Beiträge hier absolut in den Keller gefallen.

Außerdem wäre es ja auch nicht spannend dann eben doch nur Sachen vom Zivildienst zu hören – dürfte ich ja auch gar nicht erzählen die ganzen Sachen. Es gibt ja Leute die deswegen auch ‘ne Pause auf unbestimmte Zeit machen. Aber von sowas lasse ich mich doch nicht beeindrucken, pah!

Viel Zeit ging auch durch meinen neuen Acer Aspire One drauf. Endlich läuft Debian gut genug, dass es richtig benutzbar ist. Das mitgelieferte Linpus konnte mich eben einfach nicht überzeugen. In der Zivildienstschule sollte mir so also wenigstens nicht langweilig werden.

Wie oft habe ich eigentlich schon angedacht, mal irgendein konsequentes Thema für das Blog festzulegen und wie oft habe ich diese Idee schon über den Haufen geworfen? Ich sage… zu häufig. Aber spätestens mit Kanada kann ich’s dann konkret machen und so wie andere auch über den Auslandsaufenthalt berichten.

À propos Auslandsaufenthalt: Genau dieses Wörtchen habe ich neben das selbst hinzugefügte “Grund:” auf dem Antwortschreiben bezüglich meiner Aufstellung als Wahlhelfer geschrieben. Nett, dass Münster seine Bürger fragt, ob sie als Wahlhelfer arbeiten möchten. Aber das hätte ich mir ja wohl kaum gegeben – meine Reise zu verschieben um als Wahlhelfer zu arbeiten?

Der Stapel von Dokumenten die ich mal so durchschauen wollte und will wächst auch unerbittlich, Bücher kommen mir erst gar nicht mehr in den Sinn und so läuft die Zeit vor sich hin. Bis sich also wieder was ergibt wünsch ich alles Gute.